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Zehn Kilogramm Haschisch / Gefängnisstrafe für Wendelsteiner

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Zehn Kilogramm Haschisch / Gefängnisstrafe für Wendelsteiner

Beitragvon Anonymous » Do 10. Apr 2014, 01:34

Zehn Kilogramm Haschisch
Gefängnisstrafe für Wendelsteiner

BildEin gutmütiger Wendelsteiner handelt mit Drogen aus Holland. Er ließ sich zehn Kilo Haschisch von seinem Cousin aus den Niederlanden schicken, um es dann weiterzuverkaufen. Selbst verdient hat er daran wohl keinen Cent. Trotzdem muss er nun für zwei Jahre und elf Monate ins Gefängnis.

Wie ein Drogenhändler sieht der Wendelsteiner nicht aus als er sich auf die Anklagebank vor der 16. Strafkammer des Landgerichtes Nürnberg-Fürth setzt. Er macht einen schüchternen Eindruck und wirft seiner Familie, die sich im Gerichtssaal befindet, eine Kusshand zu. Fünf Monate verbrachte der bereits in Untersuchungshaft und die Anklage wirkt schwer. Sie lautet auf Handel mit zehn Kilogramm Haschisch und dies wird, im Gegensatz zu unseren nörlichen Bundesländern wie Hamburg oder Berlin, in Bayern sehr hart bestraft.

Die Staatsanwältin Alexandra Armbrüster wirft dem Wendelsteiner zweifachen Bezug von jeweils fünf Kilogramm Haschisch aus den Niederlanden vor. Diese soll er von seinem Cousin in Amsterdam erworben und von einem Kurier über die Deutsch-Niederländische Grenze bis nach Wendelstein, dem Wohnort des Angeklagten, schmuggeln haben lassen. Die ersten fünf Kilogramm habe der Angeklagte bereits an drei Abnehmer aus Nürnberg verkauft. Das eingenommene Geld schickte er an seinen Cousin nach Amsterdam. Bei der zweiten Lieferung lief es nicht so gut. Offenbar war die Qualität des Haschisch so schlecht, dass der Wendelsteiner hierfür keine Abnehmer mehr fand.

Bei der Polizei gestand der Mann aus Wendelstein bereits, dass er selbst keine Drogen konsumiert und alles nur aus Gutmütigkeit gemacht haben will. "Es hat mir gar nichts eingebracht", äußerte er zerknirscht.

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Der Anwalt Alexander Seifert laß aus einer Erklärung seines Mandanten vor, dass dieser sich von seinem Cousin zu dieser Straftat hat überreden lassen, da dieser Geldnot vorgab und ihn um Hilfe gebeten hatte. Tatsächlich hat weder die Beweisaufnahme vor Gericht, noch die vorangegangenen Ermittlungen der Polizei etwas anderes ergeben.

Ein durch die Gutachterin Anna-Christina Wunder-Lippert erstelltes Gutachten bescheinigt dem Angeklagten aus Wendelstein eingeschränkte kognitive Fähigkeiten. Er hat offenbar Probleme "Nein" zu sagen. Der ehemalige Schüler eines Sonderpädagogischen Förderzentrums sei unsicher, vermeide Konflikte und habe eine Intelligenzminderung, schildert die Gutachterin vor Gericht. Allerdings nicht so stark, dass dies zu einer verminderter Schuldunfähigkeit führt.

Von Seiten der Staatsanwältin Alexandra Armbrüster wurde eine Strafe von 5 Jahren gefordert. Da sich jedoch bis zum Ende der Gerichtsverhandlung nicht nachweisen ließ, dass der Wendelsteiner aus der Straftat einen materiellen oder immateriellen Vorteil gezogen hat, wurde der 29-Jährige lediglich wegen Beihilfe zum Handel mit Beteugungsmiteln in nicht geringer Menge verurteilt.

Der Vorsitzende Richter Stephan Popp verurteilte den Angeklagten aus Wendelstein, unter Berücksichtigung der bereits verbüßten Untersuchungshaft, zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und elf Monate. Abschließend ermahnte er noch den Wendelsteiner mit folgenden Worten: "Normalerweise gibt es für so ein Verbrechen auch sechs Jahre Haft. Es spricht aber so viel zu ihren Gunsten, normalerweise haben wir so etwas in diesem Gerichtssaal nicht." Die Verhandlung endete mit der mahnenden Aussage des Richters: "Das landet am Ende auf dem Pausenhof. Das ist kein Kavaliersdelikt!"
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Re: Zehn Kilogramm Haschisch / Gefängnisstrafe für Wendelste

Beitragvon Sandra » Mo 14. Apr 2014, 16:45

Was verspricht sich unsere Justiz in Bayern eigentlich von solch einem Urteil? 2 Jahre und 11 Monate Haft für einen etwas unterbelichteten Mann, der laut Gutachten nicht mal in der Lage ist Nein zu sagen. Und das wegen Haschisch, dass in vielen anderen Ländern wie der Schweiz, Holland, Canada und nun sogar in teilen der USA rechtlich entschärft wurde und in Verbindung mit satten Steuereinnahmen für den Staat frei erhältlich ist?

Da fragt man sich als Bürgerin in unserem schönen Land doch ernsthaft was das soll? Der arme Kerl wird sicherlich nicht besser während seiner Haft, ganz im Gegenteil. Im Knast, unter echten Verbrechern, hat der leicht zu beeinflussende junge Mann ja nun die Chance richtig kriminell zu werden. Und seine Angehörigen werden hier gleich mit bestraft, vom Steuerzahler, der für seine Unterbringung von ca. 120,- € am Tag, was gut und gerne für die gesamte Haftzeit 126.000.- € ausmacht, möchte ich hier nicht reden.

Natürlich steht es außer Frage das er gegen das Gesetz in Deutschland verstoßen hat, auch wenn dieses nach meiner Meinung längst reformiert gehört hätte. Alkohol und Zigaretten sind schließlich auch legal in unserem Land und deren gesundheitliche und volkswirtschaftliche Auswirkungen sind bei weitem schlimmer. Aber eine Haftstrafe bringt hier doch wirklich keinem einen Nutzen. Wäre es in diesem speziellen Fall nicht viel besser gewesen 500 Sozialstunden zu verhängen? Man hätte ihn dann zum Beispiel in eine Klinik für Drogenopfer als Aushilfspfleger schicken können, was sicherlich einen höheren Resozialisierungsfaktor als Haft gehabt hätte. Und hierbei hätte er gleich noch einen sinnvollen Beitrag für das Allgemeinwohl leisten dürfen und nicht wie jetzt nur Kosten verursacht.

Ich denke das hier mal wieder nur stumpfsinnig nach dem Gesetzbuch abgeurteilt und sich keinerlei weitere Gedanken gemacht wurden. Kein Wunder das unsere Gefängnisse überfüllt sind und die Kosten hierfür explodieren.
Sandra
 
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